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SPIEGELONLINE 02/01/2012

Krankenkassen-Boss verlangt Klinikschließung

Klinikum in Köln: Kassenchef fordert mehr ambulante Behandlungen
ddp

Klinikum in Köln: Kassenchef fordert mehr ambulante Behandlungen

"Es gibt zu viele Krankenhäuser", das beklagt der Chef der Barmer GEK. Um Kosten zu sparen, sollten Patienten häufiger ambulant behandelt werden, fordert der Lenker der größten Krankenkasse.

Berlin - Der Chef der größten deutschen Krankenkasse hat sich für eine Schließung von Kliniken ausgesprochen. "Es gibt heute zu viele Krankenhäuser und vor allem zu viele Krankenhausbetten", sagte Christoph Straub, Chef der Barmer GEK, der "Welt". "Wir leisten uns Strukturen, die größer und teurer sind als in anderen Ländern."
Straub sprach sich dagegen aus, den Krankenhäusern den Sparbeitrag aus der Gesundheitsreformzu erlassen. "Es ist nicht sinnvoll, die Sparmaßnahmen im Krankenhausbereich zurückzunehmen und teure Krankenhausstrukturen einfach aufrechtzuerhalten." Das traditionelle Nebeneinander von Krankenhäusern und Arztpraxen müsse sich ändern.

Die medizinische Versorgung der Bevölkerung solle viel häufiger ambulant erfolgen oder während kurzer Aufenthalte im Krankenhaus. "Dabei müssen niedergelassene Ärzte und angestellte Krankenhausärzte sowohl ambulante als auch stationäre Leistungen erbringen können", sagte Straub.

Er forderte eine "einheitliche Vergütung für bestimmte medizinische Leistungen, die ambulant und stationär erbracht werden". Nach seinen Vorstellungen sollte es weniger traditionelle Kliniken und mehr "ambulant-stationäre Einheiten" auf dem Land und in Ballungsräumen geben.

Einer aktuellen Studie zufolge versickern im Gesundheitssystem Milliarden für den Verwaltungsaufwand. Laut der Unternehmensberatung A. T. Kearney liegt der Anteil an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung bei 23 Prozent.

 
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